SlovoKult ::
Lyrik
Nikola Madzirov
Aus dem Makedonischen von Alexander Sitzmann
Bevor wir geboren wurden
Die Straßen waren asphaltiert,
bevor wir geboren wurden und
alle Gestirne bereits formiert.
Das Laub faulte am Rand
des Gehsteigs vor sich hin.
Das Silber lief auf der Haut
der Arbeiter schwarz an.
Jemandes Knochen wuchsen
die Länge des Schlafs hinunter.
Europa vereinte sich
bevor wir geboren wurden, und das Haar
eines Mädchens breitete sich ruhig
über die Oberfläche
des Meeres aus.
Die Unsichtbare
Aus mir tritt etwas heraus,
verdichtet wie der Ruß eines soeben verloschenen Feuers,
weit entfernt wie ein gegen die Sonne gespuckter Kirschkern.
Durch den Atem verblaßt mein Gesicht
im Spiegel,
ich bin schwer wie ein Vorhang, der ewig danach strebt,
den Teppich mit den abgewetzten Rändern zu berühren.
Ich träume von dir, ohne davon zu erzählen,
ich verliere an Raum wie eine zerknitterte Flagge
an einem schiefen Fahnenmasten.
Ich kann dich nur durch die Zeit herbeirufen,
weil sie immer weniger Eroberer besitzt,
ich wünschte, du kehrtest mit den Schmetterlingen zurück,
bereit, niemals gesehen zu werden.
Und die Dunkelheit zieht heimlich in sich selbst ein.
Uralt ist der Wunsch nach einer Berührung auf der Stirn,
wenn keiner zusieht.
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Aus dem Makedonischen von Alexander Sitzmann
Bevor wir geboren wurden
Die Straßen waren asphaltiert,
bevor wir geboren wurden und
alle Gestirne bereits formiert.
Das Laub faulte am Rand
des Gehsteigs vor sich hin.
Das Silber lief auf der Haut
der Arbeiter schwarz an.
Jemandes Knochen wuchsen
die Länge des Schlafs hinunter.
Europa vereinte sich
bevor wir geboren wurden, und das Haar
eines Mädchens breitete sich ruhig
über die Oberfläche
des Meeres aus.
Die Unsichtbare
Aus mir tritt etwas heraus,
verdichtet wie der Ruß eines soeben verloschenen Feuers,
weit entfernt wie ein gegen die Sonne gespuckter Kirschkern.
Durch den Atem verblaßt mein Gesicht
im Spiegel,
ich bin schwer wie ein Vorhang, der ewig danach strebt,
den Teppich mit den abgewetzten Rändern zu berühren.
Ich träume von dir, ohne davon zu erzählen,
ich verliere an Raum wie eine zerknitterte Flagge
an einem schiefen Fahnenmasten.
Ich kann dich nur durch die Zeit herbeirufen,
weil sie immer weniger Eroberer besitzt,
ich wünschte, du kehrtest mit den Schmetterlingen zurück,
bereit, niemals gesehen zu werden.
Und die Dunkelheit zieht heimlich in sich selbst ein.
Uralt ist der Wunsch nach einer Berührung auf der Stirn,
wenn keiner zusieht.
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